Chinaclub Berlin

柏林中国俱乐部 / 中国电影俱乐部

In der Cranachstraße 1, am S-Bahnhof Friedenau, residieren der Chinaclub Berlin* und der Chinesische Filmclub. Hier treffen sich Chinesen, Deutsche und Gäste aller Länder, die sich für China und Ostasien interessieren.

*: Chinaclub für alle,  nicht der “Adlon China Club”  für Millionäre
 

Freitag, 1. Juli: Hundeleben in China

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3 Filme in 3 Räumen zur Auswahl:

1) Ka La Shi Tiao Gou 卡拉是条狗 ("Cala my Dog"), China 2003
2)
Bai Hua Lin Zhong De Shao Suo 白桦林中的哨所("A Post in White Birch Forest"), China 1982
3) Wunschfilm (Deutsch mit chinesischen UT, oder fremdsprachig mit deutschen UT)

sowie weiterhin die Ausstellung:
Propaganda-Poster der Kulturrevolution 文革宣传画报

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Ab 18 Uhr: Xiangqi 象棋, Tischtennis, Billard Kicker

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19:00 Uhr (Vorderer Raum):

Ka La Shi Tiao Gou 卡拉是条狗 ("Cala my Dog")
Komödie mit Tiefgang von Lu Xuechang, China 2003. Mit Ge You 葛优 , Ding Jiali 丁嘉丽, Li Bin. 101 min, Chinesisch mit englischen UT. Altersempfehlung: ab 12 Jahre

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Größere Wohnungen und immer mehr allein lebende Ältere in Chinas Städten ließen Hunde (und Katzen) als Haustiere populär werden. So auch in diesem Film, in dem es um die kleine Mischlingshündin Kala geht. An der hängt der Arbeiter Lao Er (Ge You) kaum weniger als an seiner Frau Yu Lan (Ding Jiali) und seinem Sohn Liangliang (Li Bin). Doch bei einer Razzia fängt die Polizei den Hund ein, weil die Familie keine behördliche Erlaubnis für ihn hat. Die aber würde 5000 Yuan kosten, also fast drei Jahresgehälter – und Lao Er hat nur bis zum nächsten Nachmittag Zeit, die Erlaubnis vorzulegen, danach droht der Abtransport (und vielleicht Tötung oder Schlachtung) des Hundes.

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Es beginnt ein Rennen gegen die Uhr, mit einer Odyssee, die Lao Er zu Behörden, Dienststellen, schmierigen Händlern und allen möglichen Verwandten, Freunden und Bekannten von Bekannten führt, um den Hund zu retten. Dass nebenbei alle schwelenden Ehe- und Familienkonflikte explodieren - der Sohn landet in Handschellen auf einer Polizeiwache - versteht sich von selbst. So bietet der Film (Uraufführung auf der Berlinale 2003) unter dem Deckmantel einer Komödie einen schönen Einblick in den Alltag der kleinen Leute im China dieser Jahre. Eine Paraderolle für Ge You, der einmal mehr unter Beweis stellt, dass er vermutlich der vielseitigste chinesische Schauspieler der Gegenwart ist.

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Ebenfalls 19:00 Uhr (Mittlerer Raum): 

Bai Hua Lin Zhong De Shao Suo 白桦林中的哨所 ("A Post in White Birch Forest")
Beziehungs-Drama von Yao Shougang, China 1982. Mit Han Yueqiao und Wang Binyan. 90 min, Chinesisch mit englischen UT. Altersempfehlung: ab 12 Jahre

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Die 80er Jahre als interessantestes Jahrzehnt des chinesischen Films nach 1949 - das gilt sogar für Armeefilme. Natürlich singt auch dieser hier das Hohelied des Patriotismus, zumal der Grenzsoldaten. Doch im Kern geht es um Gefühle, um Liebe, um Treue. Und es ist die Mischung aus Offenheit, Ernsthaftigkeit und Naivität, die diese Filme so liebenswert macht.
Bevor er den Dienst bei der Armee antritt (offenbar auf dem Land lebend, als Voraussetzung dafür, nach der Armeezeit nach Peking zurückkehren zu können), verlobt sich der junge Rekrut Lu Xing mit der Tänzerin Baihua. Beide schwören sich ewige Treue und regelmäßige Briefe.

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Bei der Truppe wird Lu Xing gegen seinen Willen als Hundetrainer eingesetzt, und Baihua kommt als Tänzerin nach Peking. Doch dann lernt Lu Xing die Treue der ihm anvertrauten Hunde schätzen (kein Wunder, denn es sind deutsche Schäferhunde), während Baihua eine Beziehung mit einem Kollegen beginnt. Ihre Brief werden seltener, und als Lu Xing sie überraschend in Peking besucht, kommt es zum emotionalen Showdown.

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Und nun zeigt sich die ganze Naivität dieser Zeit. Vor ihrer Verlobung hatten die beiden kaum einmal einen ganzen Tag zusammen verbracht, geschweige denn eine Nacht. Was das bedeutet, sagt im Prinzip das chinesische Sprichwort 一日夫妻百日恩 ("Ein Tag als Mann und Frau zählt mehr als hundert Tage Freundschaft"). Also könnte Baihua ganz einfach sagen: "Wir kannten uns doch kaum, als wir uns verlobten – soll das trotzdem eine Fessel für immer sein?" Sagt sie aber nicht. Sondern sie wirft Lu Xing vor, dass die Hunde ihm wichtiger seien als sie, und dass er ihr (sicherlich zutreffend) aus der Ferne gar nichts geben könne ... in einem Nebensatz sogar der versteckte Hinweis, dass sie nicht nur Emotionen habe, sondern auch einen Körper. Trotzdem lässt der Film keinen Zweifel daran, dass er das Verhalten von Baihua als Verrat wertet. Sogar ihr Tänzerfreund wendet sich von ihr ab mit der Bemerkung: "Man darf sein Glück nicht auf dem Unglück anderer aufbauen" ... Moral: Auf die Treue von Hunden kann man(n) sich verlassen, auf die von Frauen nicht.

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Ebenfalls 19:00 Uhr (Lesezimmer)

Wunschfilm (Deutsch mit chinesischen UT; oder fremdsprachig mit deutschen UT)

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Danach wie immer:
Gespräche, Musik, Tischtennis, Billard, Kicker, Xiangqi 象棋 (Chinaschach), 卡拉-OK

Ansonsten: Der Chinaclub Berlin zeigt jeden Freitag um 19 Uhr
alte und neue Filme aus China und anderen Ländern Asiens.

E I N T R I T T    F R E I  !

Tee, Snacks, Süßes:                       3 Euro
für Studenten & Arbeitslose:        1,50 Euro
für chinesische Gäste:                   5 Renminbi/Gangbi / 20 Taiwan-D

 

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