Chinaclub Berlin

柏林中国俱乐部 / 中国电影俱乐部

In der Cranachstraße 1, am S-Bahnhof Friedenau, residieren der Chinaclub Berlin* und der Chinesische Filmclub. Hier treffen sich Chinesen, Deutsche und Gäste aller Länder, die sich für China und Ostasien interessieren.

*: Chinaclub für alle,  nicht der “Adlon China Club”  für Millionäre
 

Freitag, 27. Mai 2016:

Vor 50 Jahren: Beginn der Kulturrevolution (50年前:
中国开始了文化大革命
) - 3 Filme in 3 Räumen

1) Tian Yun Shan Chuan Qi 天云山传奇 ("Legend of Tianyun Mountain"), China 1980
2)
Deng Feng Lai  等风来 ("Up in the Wind"), China 2013
3) Wunschfilm (Deutsch mit chinesischen UT)

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Ab 18 Uhr: Xiangqi 象棋, Tischtennis, Billard Kicker

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19:00 Uhr (Vorderer Raum):

Tian Yun Shan Chuan Qi 天云山传奇 ("Legend of Tianyun Mountain")
Drama von Xie Jin, China 1980. Mit Shi Weijian und Wang Fuli. 120 min, Chinesisch mit englischen UT. Altersempfehlung: ab 14 Jahre

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Bevor das Berliner Konfuzius-Institut und das Chinesische Kulturzentrum ihre umfassenden, sicherlich grandios zu werden versprechenden Veranstaltungsreihen über die Kulturrevolution beginnen, macht unser kleiner Chinaclub mal schnell den Anfang. Denn als KP-Chef Mao vor 50 Jahren die "Große Proletarische Kulturrevolution" befahl, zeigte sich schlagartig Chinas politisches Kernproblem. Was passiert, wenn der oberste Parteiführer sich mit Gewalt an die Macht klammert, und wenn er einen Bürgerkrieg auslöst, um seine Gegner zu vernichten? Welche Strukturen in der Partei hätten das damals verhindern können? (Antwort: Offensichtlich keine.) Welche veränderten Strukturen verhindern das heute? (Antwort: Siehe die demnächst angekündigt werden sollenden Veranstaltungen von Konfuzius-Institut und Chinesischem Kulturzentrum.)

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In China selber gab es nur in den 80er Jahren den Mut, offen über solche Fragen nachzudenken. Die "Legende vom Tianyun-Berg" von Xie Jin war einer der ersten filmischen Beiträge dazu. Story: Luo Qun, seinerzeit Politkommissar, wurde in den 50er Jahren als angeblicher "Rechtsabweichler" angeklagt, degradiert und aufs Land verbannt. Nach dem Ende der Kulturrevolution erfährt eine frühere Freundin davon. Sie will ihn rehabilitieren lassen, doch ausgerechnet ihr eigener Ehemann - selber Parteifunktionär und erfolgreicher Opportunist - stemmt sich dagegen.

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Ebenfalls 19:00 Uhr (Mittlerer Raum): 

Deng Feng Lai  等风来 ("Up in the Wind")
Komödie/Romanze von Teng Huotao, China 2013. Mit Ni Ni und Jing Boran. 101 min, Chinesisch mit englischen UT. Altersempfehlung: ab 14 Jahre

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Auf WeChat (威信) fand sich kürzlich folgende Story: Im Traum macht Chairman Mao 1965 eine Zeitreise. Er landet im Jahr 2013 und sieht eine Aufführung von "Tiny  Times (小时代)". Voller Entsetzen ruft er: "Niemals! Nicht in MEINEM China! Wir brauchen eine Kulturrevolution!" ... der Rest ist bekannt.
Wie "Tiny Times" spielt auch "Up in the Wind" in Chinas "Generation Luxus". Allerdings tut er das wesentlich differenzierter, und im Mittelpunkt steht mit der schönen Cheng Yumeng (Ni Ni, die wir z.B. in "Flowers of War" von Zhang Yimou sahen) eine weitaus interessantere Hauptdarstellerin. Schon die halb bewundernde, halb satirische Anfangsszene gibt ihr Gelegenheit zu glänzen. Da zeigt sie sich in einem Restaurant als phänomenale Kennerin und erbarmungslose Kritikerin in allen Fragen von Geschmack und High-Class-Gastronomie - und lässt sich dann in einem angeblichen Firmenwagen abholen, den sie, um Eindruck zu schinden, mit ihrem letzten Geld selber gemietet hat.
In Wahrheit ist sie eine kleine Journalistin bei einem Lifestyle-Blatt, die von ihrer Chefin erbarmungslos drangsaliert wird. Und statt für einen Bericht in die Toskana zu fliegen - worauf sie sich lange vorbereitet hat - wird sie nun für eine Story nach Nepal geschickt.

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Zu der Touristengruppe, mit der sie reist, gehört der verwöhnte Wang Can (Jing Boran). Der ist der Sohn eines schwerreichen Industriemagnaten, und die Gruppe behandelt er am Anfang ebenso arrogant wie die Leute in Nepal. Doch die Erlebnisse führen nicht nur zu einer veränderten Sicht dieses im Vergleich zu China rückständigen Landes, sondern auch zu einem anderen Verhalten des großspurigen Wang Can. Verblüffend ist dabei die Selbstverständlichkeit, mit der die chinesischen Touristen bei einer nepalesischen Demonstration mitmachen – ganz so, als wäre das für sie wie für die Bewohner von Berlin-Kreuzberg quasi politischer Alltag. Womit wir (siehe oben) wieder beim Thema "Zeitreise" angekommen wären.

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Ebenfalls 19:00 Uhr (Lesezimmer)

Wunschfilm (Deutsch mit chinesischen UT)

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Danach wie immer:
Gespräche, Musik, Tischtennis, Billard, Kicker, Xiangqi 象棋 (Chinaschach), 卡拉-OK

Ansonsten: Der Chinaclub Berlin zeigt jeden Freitag um 19 Uhr
alte und neue Filme aus China und anderen Ländern Asiens.

E I N T R I T T    F R E I  !

Tee, Snacks, Süßes:                       3 Euro
für Studenten & Arbeitslose:        1,50 Euro
für chinesische Gäste:                   5 Renminbi/Gangbi / 20 Taiwan-D

 

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